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Herbsttanz

05/10/2017 - Texte

Ein langer Rüssel stand wie ein drittes Bein von ihm ab, gehalten von seinen Händen. Auf dem Rücken trug er einen Rucksack und auf den Ohren Kopfhörer.

Er überquerte den Zebrastreifen und betrat den Gehweg entlang des Gartens, in dem die Bäume ihre schütter belaubten Äste über die Mauer streckten wie die Finger an der Hand eines Riesen.

Ganz langsam begann er mit einem Lächeln im Gesicht den Tanz, indem er seinen Rüssel mit beiden Händen rhythmisch immer wieder in Richtung laubbedeckter Erde reckte, ihn durch das bunte Herbstlaub führte, um dann auf die wild aufwirbelnden Blätter zu zielen. So, als wolle er jedes einzelne von ihnen zum Tanz auffordern oder zumindest an eine andere Stelle bewegen als der, die das Blatt beim Fallen vom Baum eingenommen hatte.

Vergnügt bewegte er sich über den Gehweg, immer noch lächelnd. Ein fröhlicher Mann mittleren Alters, der auf moderne Weise seinen Traum von einem Elefantenrüssel mit Hilfe eines Laubbläsers auslebte.