Grammatik am Freitag

Wer macht sich da breit in ihrem Kopf? Sie widmet ihm ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Sieht dunkle Masse. Wie Hefeteig der sich ausdehnt, den Schädel mit einer Decke auskleidet. Als Schutzschicht? Gegen globale Hyperzeit und routiniertes Desinteresse?

Einer spukhaften Fernwirkung gleich nimmt sie holzig-rauchige Männchen wahr, die sich in den Teig stürzen. Sie gehen auf Vokabelpirsch und schwelgen in Worten, die sich in der Masse verstreut haben. Klopfen sie hemmungslos subjektiv ab auf ihre kraftstrotzende Eignung. Werten heiter-besonnen ihren temporären Klang. Fügen zusammen und komponieren ein herausragendes Kapitel. Mit spielerischer Fantasie und schnickschnackfreien Träumen.

Sie dürfen ihr nicht ausgehen, die Worte. Denn sonst weicht ihre Kraft und jede Krise droht sie wortlos zu überwältigen. Sie will nach Lust und Laune eine Liason eingehen, mit neuen Vokabeln. Denn was sie gelernt hat, trägt sie nicht mehr – so auf offener See – mit weit und breit keinem Land in Sicht.